Kulturtage 1993 – Die neuen Leiden des jungen W.

„Die neuen Leiden des jungen W.“ (1993)

 

Ulrich Plenzdorf, geb. 1934 in Berlin, schrieb 1972 „Die neuen Leiden des jungen W.“ Der Roman schildert den letzten Lebensabschnitt des Lehrlings Edgar Wibeaus. Edgar schließt die Polytechnische Oberschule als Klassenbester ab, auch in der Lehre als Mechaniker beim Volkseigenen Betrieb Hydraulik Mittenberg ist er der Beste. Deine Mutter hat in dieser Firma eine leitende Stelle. Seinen Vater hat er seit dem fünften Lebensjahr nicht gesehen, da die Mutter unter der Bedingung in die Scheidung einwilligte, dass der Vater keinen Kontakt zum Kind haben darf. Als Edgar eines Tages seinem Ausbilder eine Eisenplatte auf den Fuß fallen lässt, so dass dieser sich den Zeh bricht, zieht er nach 0st -Berlin, wo die Familie seines Kumpels Willi eine abrissreife Gartenlaube hat. Dort findet er auf dem Plumpsklo eine Reclam-Ausgabe von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“, dessen Titelseite er unbesehen als Klopapier benutzt. Diese Lektüre findet er zunächst unmöglich, benutzt später aber Zitate daraus, als Provokation und Waffe gegen andere und begreift „Old Weather“ nach und nach immer besser. Zunächst versucht er, ob er mit seinen Bildern in der Kunsthochschule landen kann. Doch er wird abgelehnt.

Er verliebt sich in die Kindergärtnerin „Charlie“, die mit ihren Kindern auf dem Freigelände der Laubenkolonie spielt. Von seiner Liebe und den anderen Erlebnissen erzählt Edgar seinem Freund Willi mit Hilfe von Wehrter-Zitaten, die er auf Kassette spricht. Eines Tages kehrt Dieter, der Verlobte von Charlie, von der Nationalen Volksarmee zurück. Es kommt zu einer vorübergehenden Trennung zwischen Charlie und Edgar.

Nach einer Gammel- und Erholungsphase fängt Edgar bei der Malerbrigade auf einer Baustelle an zu arbeiten. Das Verhältnis zwischen ihm und dem Brigadeleiter Addi ist sehr gespannt, der Brigadenälteste Zaremba greift öfters vermittelnd ein. Nach einem misslungenem Test eines von Addi entwickelten Farbspritzgerätes provoziert Edgar mit dem Werther-Zitat. Addi wirft ihn raus. In dieser Zeit sucht Edgar seinen Vater auf, gibt sich ihm aber nicht zu erkennen . Addi holt Edgar wieder in die Truppe zurück. Edgar fängt nun selbst an, ein Farbspritzgerät zu entwickeln, doch er erzählt niemandem davon.

Charlie und Dieter haben inzwischen geheiratet. Nach einiger Zeit besucht Edgar Charlie, und als er an einem kalten und verregneten Tag mit Charlie einen Ausflug macht, kommt es zwischen ihnen zu einer intimen Begegnung. Danach sieht Edgar Charlie Edgar nicht mehr. Er entschließt sich, seine Erfindungen zu ende zu bringen, zumal der Abriss der Laube ansteht und von Willi ein Besuch seiner Mutter angekündigt ist, er bringt sich auf diese Weise in Zeitdruck und beginnt Fehler zu machen. Als Edgar schließlich seine Konstruktion ausprobieren will, kommt er durch eine zu hohe Stromspannung ums Leben.

Besetzungsliste:
Vater Michael Skwirblies Inszenierung: Elisabeth Stoklossa Beleuchtung/ Yves Fauser
Mutter Petra Hitzel Mitarbeit: Melanie Heilmann Technik:
Edgar Hasso Steinert Oezlem Oezgen
Willi Marcus Hütter Ursula Old-Franco Mitarbeit: Ulf Doerken
Charlotte Sandra Weinmüller Bühnenbild: Manfred Brückmann Christian Fischer
Dieter Jörg Schedler Jörg Schedler Thomas Spanheimer
Addi Christof Toll Friedrich Söder Björn Kaiser
Zaremba Sven Evers Alexander Späth
Jonas Matthias Wagner Elisabeth Stoklossa
Meister Flemming Alexander Späth Hoiko Trenkler
ein Lehrling Thomas Spanheimer sowie die Malerklasse
Professor Sabine Semm Maske: Ursula Old-Franco
Kindergartenchefin Yvonne Lehmpfuhl SchülerInnen der Friseurklassen
Kindergartenkinder Nicola ReinitzerAstrid ReisMarkus StahlMartin Stoklossa Souffleusen: Manuela RamischSabine Semm
Techniker Alexander Späth
ABV Thomas Spanheimer
Freundin des Vaters Sandra Ripper
Schrapperfahrer Christian Fischer

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