Kulturtage 2009 – Odyssee

Theaterstück “Odyssee” (2009)

In der „Odyssee“ geht es um die Irrfahrten des Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg nicht den Weg nach Hause findet. Leider ist sein Handy-Akku, wie bei allen Männern, ständig leer, deshalb kann er nicht daheim anrufen, dass er sich verspätet. Seine Frau, Penelope, hat in der Zwischenzeit Besuch von der DEVK bekommen. Sie wartet aber lieber, bis ihr Mann kommt, da sie, wie alle Frauen, keine Ahnung von so etwas hat. Auf seiner Reise muss Odysseus, von seinen Freunden liebevoll Tom genannt, zahlreiche Gefahren überwinden, schnorrt sich dafür aber auch bei wildfremden Leuten durch und lässt sich auf ein Techtelmechtel mit der Nymphe Kalypso ein. Als Odysseus als einziger endlich nach Hause kommt, will er den Versicherungsvertreter erstmals volles Pfund aufs Maul hauen, lässt es aber dann, weil seine Frau von den ewigen Streitereien endgültig die Nase voll hat.

Homers „Odyssee“

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Die Geschichte um den Helden Odysseus, dem König von Ithaka, erzählt von seiner Heimkehr vom Trojanischen Krieg. Sie ist in 24 Gesängen in daktylischen Hexametern geschrieben, einem antiken Versmaß. Zwar wird wohl niemand außerhalb einer Dichtung jemals so gesprochen haben, aber die Sprache klingt aufgrund dieses Rhythmus auf ganz besondere Weise. Die folgenden Verse sollen hierfür ein Beispiel geben:

Seht mich hier sitzen, den griechischen Helden, den großen Odysseus,
Fest in der Hand der Kalypso, der mächtigen Nymphe der Insel.

Odysseus wird also von Kalypso, die ihn als Liebessklaven hält, festgehalten. In der „Odyssee“ beginnt die Geschichte mit dem Beschluss der Götter, dass Odysseus endlich nach Hause zurückkehren darf. Dazu wird der Götterbote Hermes zu Kalypso geschickt, um ihr diese Nachricht zu überbringen. Gleichzeitig wird Penelope, die Frau von Odysseus, von mehreren Männern bedrängt. Sie solle einen von ihnen heiraten, da Odysseus nicht mehr wiederkommen würde.

Athene bringt deshalb Telemachos, den Sohn Odysseus, dazu, nach seinem Vater zu suchen. Zur gleichen Zeit verlässt Odysseus die Insel der Kalypso mit einem selbst gebauten Floß. Doch der Meeresgott Poseidon entfesselt einen Sturm, der das Floß untergehen lässt. Er ist wütend auf Odysseus, da dieser seinem Sohn, dem Zyklopen Polyphem, sein einziges Auge ausgestochen hat, um sich und seine Gefährten zu retten. Odysseus strandet darauf auf der Insel Scheria, die von den Phäaken beherrscht wird. Er wird von der Königstochter Nausikaa freundlich aufgenommen. Am Königshof, bei ihren Eltern, erzählt „der große Dulder“ die Geschichte seiner bisherigen Reise. Mit Hilfe der Phäaken gelingt es ihm, nach Ithaka zu kommen. Dort wollen die Häuptlinge der benachbarten Familie seine Königsherrschaft übernehmen, die ihn für tot erklären und seine Frau Penelope zur Heirat zwingen: Sie steht kurz vor der Ehe mit einem der Männer. Bis Odysseus den Freiern in einem Kampf gegenübertreten kann, muss er sich bei einem Schweinehirten, nämlich Eumaios, verstecken. Zur Tarnung  verwandelt ihn Athene in einen Bettler. In dieser Gestalt kehrt er nun nach über 20 Jahren nach Hause zurück, wo ihn nur sein alter Hund erkennt. Dann ist es soweit. Penelope hat zur Bedingung gemacht, nur einen zu heiraten, der den Bogen des Odysseus spannen und den Pfeil durch die Löcher einer Anzahl Äxte schießen kann. Odysseus steht den Freiern in einem Wettschießen gegenüber. Mit Hilfe von Telemachos und Eumaios gelingt es ihm, die Freier zu töten. Das ist der Beweis seiner Identität als Odysseus, denn nur er kann den Bogen spannen. Odysseus tötet bei diesem Kampf nicht nur Freier, sondern auch alle Mägde und Knechte, die ihm treulos waren.

Nun sieht Odysseus seine Frau Penelope wieder, die ihn aber zuerst testet, da sie immer noch misstrauisch ist, ob er es wirklich ist. Als sie sich sicher ist, ist ihre Freude unbeschreiblich.

Odysseus besucht seinen alten Vater Laertes, den er auch lange nicht mehr gesehen hat. Göttin Athene schlichtet am Ende den Streit zwischen Odysseus und den Hinterbliebenen der Freier.

Eine Irrfahrt

Die Schauplätze

Wo liegt die Insel der Kalypso? Wo kämpfte Odysseus? Wo befindet sich die Insel der Phäaken? All diese Fragen sind trotz aller Bemühungen von Wissenschaftlern bis heute nicht endgültig beantwortet.
Der Schauplatz der Irrfahrt wird auf das Gebiet des östlichen Mittelmeers begrenzt – in der Antike ein unüberschaubar großes Gebiet, im Zeitalter der heutigen Fortbewegungsmittel ein winziger Teil unserer Erde. Aber man muss bedenken, dass Odysseus weder Kompass noch Navigationssytem hatte, außerdem wurde die Fahrtrichtung allein vom Wind bestimmt, da man nur mit dem Wind segeln konnte. Eine Irrfahrt begann schon, wenn ein Sturm das Schiff auf das Meer hinaustrieb oder der Steuermann einschlief, da man sich nur an den Küsten orientieren konnte. Stellt sich nun noch die Frage, wo man im Mittelmeer die sagenhaften Ungeheuer und Völker finden kann, von denen Homer und Ad de Bont erzählen. Ist das jedoch so wichtig? Der Schriftsteller zeigt mit der Figur des Odysseus den Menschen, der den Weg sucht, aber immer wieder von seiner Route abgebracht wird. Die Lage, in die Odysseus gerät, braucht dabei keinen realen Ort. Die Schauplätze sind dazu da, Odysseus an die Grenzen seines Menschseins zu führen. Die Suche nach den Orten der Handlung in „Eine Odyssee“ ist genauso wie die Suche nach dem Hexenhäuschen aus „Hänsel und Gretel“ oder dem Dornröschenschloss also eher müßig.
Trotzdem sind mögliche Stationen einer Odyssee auf dieser Karte zu finden.

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